Science as Career

The following is a comment that has been written for the MaxPlanckJournal and is therefore in German. Please feel free to leave comments in English.

„Junger, hochqualifizierter Forscher, räumlich und zeitlich flexibel für interessante Stelle auf Zeit gesucht, soziale Absicherung nicht zwingend inbegriffen.“

So könnte eine Stellenanzeige aussehen, wenn man sich für Wissenschaft als Beruf entschieden hat. Der Berufseinstieg beginnt mit der Zeit der Promotion, die sich in Deutschland durch ihre große Heterogenität hinsichtlich Finanzierungs- und Betreuungsmodellen auszeichnet. Von „klaren, strukturierten Qualifikationswegen“, wie sie beispielsweise die SPD fordert kann derzeit keine Rede sein.

Denn Promovierende haben in Deutschland keinen unabhängigen sozial- und arbeitsrechtlichen Status: Die Spannbreite reicht von versicherungspflichtiger Vollzeitbeschäftigung über unterbezahlte Drittel- und Halbstellen bis hin zu prekären Stipendien ohne sozial- und arbeitsrechtlicher Absicherung. Dennoch promovieren in Deutschland vergleichsweise viele Studienabgänger. Aus Interesse an der Forschung und der Hoffnung, nach der Promotion eine bessere Beschäftigungssituation zu erreichen, nehmen viele die Unsicherheit und schlechte Bezahlung für die begrenzte Zeit von 3-6 Jahren dennoch in Kauf.

Die Unsicherheit hört jedoch entgegen mancher Erwartungen mit Erlangung des Doktorgrades nicht auf. Im Gegenteil: Meist beginnt hier ein Spießrutenlauf von einer befristeten Stelle zur nächsten. Und wer es nicht durch den Flaschenhals auf eine der wenigen Professuren schafft, dem bleibt am Ende nur, sich eine neue Perspektive außerhalb der Wissenschaft zu suchen.

In den Antworten aller vier Parteien wird diese Problematik der Unplanbarkeit, im Gewand von „Befristungsschleifen“ und der Sackgasse ohne Professur, anerkannt. Als zwei mögliche Lösungswege werden dabei das neue Wissenschaftszeitgesetz und die Juniorprofessur angeführt. Doch es bleibt zweifelhaft, ob diese beiden Maßnahmen das Problem der zeitlichen Befristung tatsächlich ändern können.

Im Gegenteil gibt es Anzeichen dafür, dass das Wissenschaftszeitgesetz in der Praxis zu einer Ausweitung befristeter Arbeitsverhältnisse geführt hat. Und die wenigsten Juniorprofessuren haben eine tenure-track-Option, die den jungen Wissenschaftlern eine bessere Planungssicherheit bieten würde. Die Ausweitung der tenure-track-Option wird u.a. von der SPD und Bündnis 90/Die Grünen angesprochen; Die Linke geht mit ihrer Forderung, tenure-track-Optionen bei Juniorprofessoren zur Regel zu machen, noch einen Schritt weiter, während die FDP sich in ihrer Antwort auf die Forderung eines Wissenschaftstarifvertrages konzentriert.

Die aktuellen Probleme junger Wissenschaftler werden sich nur dann ändern, wenn anerkannt wird, dass der akademische Mittelbau das Rückgrat von Lehre und Forschung bildet und in Hochschulen und Forschungsinstituten mehr Stellen geschaffen werden, die langfristige Berufsperspektiven auch unterhalb der Professur sichern.

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