The PhD: financing, insurance, supervision and the right to grant degrees

The following is a comment that has been written for the MaxPlanck Journal and is therefore in German. Please feel free to discuss in English (or German).

Doktorandenausbildung

Zum Themengebiet “Doktorandenausbildung” wollten wir wissen, wie die Finanzierungsmöglichkeiten und die Betreuung von Doktoranden verbessert werden könnte. Außerdem haben wir gefragt, inwiefern Fachhochschulen bzw. Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen (wie die Max Planck Institute und Helmholtz Zentren) das Recht zur Promotion bekommen sollten.

Finanzierungsmodelle: Stipendien und Verträge

Für die Finanzierung eines Promotionsvorhabens an einer Universität oder einem Forschungszentrum existieren zwei grundsätzlich verschiedene Zahlungsmodalitäten: Stipendium und Vertrag (Ausnahme: alle Formen der Selbstfinanzierung).

In den letzten Jahren wurden Jahr für Jahr mehr Stipendien vergeben und weniger Verträge. Dabei bietet ein Stipendium den meisten Doktoranden kaum Vorteile und hat einige Nachteile gegenüber einem Vertrag. Zu den wichtigsten Nachteilen zählen die Unterversicherung im Bereich der Krankenversicherung und Rentenversicherung.

Oft ist es für Stipendiaten schwierig, freiwillige Einzahlungen in entweder die gesetzliche oder private Kranken- und Rentenkasse zu bezahlen. Wenn diese bezahlt werden, bleibt am Ende des Monats in den meisten Fällen deutlich weniger Geld übrig als das Netto-Gehalt eines Promotionsvertrags und kaum genug, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Deshalb verzichten die meisten Stipendiaten auf jegliche Form der Rentenvorsorge und viele kaufen billige private Versicherungspolizen. Bei diesen billigen Versicherungen sind aber fast immer alle schon existierende Krankheiten ausgeschlossen, so wie bestimmte teure aber im Ernstfall möglicherweise notwendige Behandlungen.

Ferner kommt es vor, dass Doktoranden, die in der gleichen Arbeitsgruppe promovieren und vom gleichen Geldgeber bezahlt werden, unfreiwilligerweise unterschiedliche Zahlungsformen haben. Das schadet in der Tat dem Teamgeist und der Leistungsbereitschaft von Forschungsgruppen, wie die FDP zu Recht angemerkt hat.

In diesem Zusammenhang ist insbesondere die Antwort der Linken hervorzuheben, die dieses Problem am deutlichsten angesprochen haben. Die Linke plädiert dafür, dass die Promotion mit Vertrag zur Regel wird, und dass die Leistungen der Förderwerke so erhöht werden, dass Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung aus dem Stipendium zusätzlich bezahlt werden können.

Die SPD möchte mehr Promotionsstellen schaffen, „die den Lebensunterhalt sichern”, schreibt aber nicht, wie sie das verwirklichen will. Und die FDP sieht die Lösung in einem eigenständigen Wissenschaftstarifvertrag, geht aber nicht darauf ein, wie dieser Vertrag im einzelnen aussehen soll (Vergleiche auch “Eckpunkte für einen Wissenschaftstarifvertrag” (2003), Drucksache 15/1716). Die Grünen dagegen möchten mir ihrem Modell der Bürgerversicherung im Bereich der Krankenversicherung für Entlastung sorgen.

Betreuung der Doktoranden

Traditionell bedeutet die Promotion in Deutschland die Zusammenarbeit eines Doktoranden mit einem betreuenden Doktorvater, verbunden mit einer Mitarbeiterstelle am Lehrstuhl oder eine Stelle in einem drittmittelfinanzierten Forschungsprojekt. Neben dem traditionellen Modell promovieren heute immer mehr Doktoranden in Graduiertenschulen. Die Graduiertenschulen werden von den Grünen, der FDP und der SPD als Erfolgsmodell explizit anerkannt und unterstützt. Die Linke geht in ihrer Antwort nicht auf die Graduiertenschulen ein, spricht sich aber dafür aus, die Verantwortung für den wissenschaftlichen Nachwuchs an den Universitäten vom Lehrstuhl auf Fachbereichsebene zu übertragen.

Die FDP hebt hervor, dass vielen wissenschaftlichen Mitarbeitern an Lehrstühlen nicht genug Zeit für ihre Promotionsarbeit bleibt. Hierfür sieht sie wieder in einem Wissenschaftstarifvertrag die Lösung. Da das Problem aber im Umfang der vom Lehrstuhl geforderten Arbeit liegt und nicht in Zahlungsmodalitäten, ist es unklar, wie ein solcher Vertrag mit diesem Problem helfen sollte.

Alle Parteien erkennen, dass ein verstärkter Mittelbau zu einer wesentlichen Verbesserung der Betreuungssituation führen könnte. Die SPD möchte auch noch 200 zusätzliche Professuren im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich schaffen. Das ist begrüßenswert, obwohl die größten Probleme mit der Betreuung von Studenten und Doktoranden in weniger gut finanzierten Fächern wie den Sprach-, Kultur- und Sozialwissenschaften auftreten.

Promotionsrecht von Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen

Zusammenarbeit und Synergieeffekte sind angesagt: die Grünen, die FDP und die Linken möchten alle eine verstärkte Kooperation zwischen Hochschulen und Forschungsinstituten sehen, gerade mit Blick auf die Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses. Gleichzeitig möchte keine dieser Parteien den außeruniversitären Forschungsinstituten ein eigenes Promotionsrecht ermöglichen. Im Detail unterscheiden sich aber ihre Positionen.

Während die FDP das Promotionsrecht exklusiv bei den Universitäten behalten möchte, unterstützen die Grünen und die Linken kooperative Promotionen unter “doppelter Flagge” (ein Musterbeispiel hierfür ist übrigens das Graduiertenzentrum, in dem ich selber seit kurzem eingeschrieben bin, das frisch eröffnete Max Planck Graduate Center in Mainz).

Die Linke spricht sich als einzige Partei dafür aus, die Fachhochschulen “langfristig zu echten Universitäten für angewandte Wissenschaften” auszubauen und am Ende dieses Prozesses auch den Fachhochschulen ein eigenes Promotionsrecht zu ermöglichen.

See also

The responses of the German parties to our questions before the 2009 election:

How would the German political parties support junior researchers?

Other blog entries dealing with stipends vs. contracts:

Contracts vs. Stipends: The facts : basic information.

Stipends are good : the devil’s advocate.

Advertisements

One Response to The PhD: financing, insurance, supervision and the right to grant degrees

  1. […] The PhD: financing, insurance, supervision and the right to grant degrees « Junior Researchers… Says: September 22, 2009 at 10:05 | Reply […]

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

w

Connecting to %s

%d bloggers like this: